Bild4Tatsächlich kommt es selten vor, dass ich im letzten Vortrag einer Tagung sitze und denke: „Och....schon vorbei? Schade!“. Passiert sehr selten, ist aber heute (25.1.2014) tatsächlich der Fall gewesen...!


Man kann Prof. Lothar Rink (Bild) nur gratulieren, dass er die Gunst der Stunde nutzte und den zeitgleichen Aufenthalt verschiedener renommierter internationaler Zinkforscher(innen) in Frankfurt am Main zum Anlass nahm, um zusammen mit dem Sponsor „Köhler Pharma“ ein Symposium zu besagtem Spurenelement auf die Beine zu stellen.


Die Themen waren breit gestreut und die einzelnen Vorträge von jeweils ca. 45 min entsprechend allgemeinverständlich gehalten. Prof. Rink, der selbst eine Übersicht über den Einfluss von Zink auf das Immunsystem gab, führte auch als Moderator durch die Diskussionen.

Die Kernthesen der jeweiligen Referenten wurden am Ende des jeweiligen Vortrages pointiert von ihm in deutscher Sprache zusammengefasst. Das Auditorium, vornehmlich Ärzte und Naturheilkundler, dankte es mit einer angenehm freundlichen Atmosphäre und interessierten Nachfragen.

 

 

Gruppenbild Zink2014

Gruppenbild der Referenten (Quelle: Dr. C.-P. Haller, von links: Prof. Leigh Ackland , Prof. George Dedoussis,
Prof. Lothar Rink, Prof. Robert Black, Dr. Inga Wessels, Prof. Wolfgang Maret, Prof. Carol A. Fierke , Dr. Köhler,
Prof. Fudi Wang, Dr. C.-P. Haller)

 

Der Themenumfang war groß:

Prof. Lothar Rink (Unikinik RWTH Aachen, Deutschland) gab einen Einblick in die Rolle von „Zink als Wächter des Immunsystems“. Er führte aus, dass Zinkdefizienz sich sowohl negativ auf Autoimmunreaktionen als auch auf Infektionen auswirken kann. Mit zunehmendem Alter verschärft sich das Risiko in eine Defizienz zu geraten, da sich sowohl die Absorptionsfähigkeit als auch die Ernährung verändert. Eine Zinkdefizienz führt z.B. zur Störung der B-Zellfunktion und führt zu einer suboptimalen Reifung von Makrophagen, um nur einige angesprochene immunologische Konsequenzen zu nennen.

Im Anschluss gab Prof. Robert Black (Johns Hopkins, USA) einen Überblick über die Datenlage zum Einfluß einer Zinkgabe auf das Diarrhö- und Pneumonie-Risiko sowie zum Verlauf dieser Erkrankungen mit besonderem Blick auf die Situation in Entwicklungsländern. Prof. George Dedoussis (Harokopio University, Griechenland) erörterte die Eignung eines im Rahmen des ZincAge-Projektes entwickelten, Fragebogen-basiertem Scoring-Systems zur Erfassung der Zinkversorgung und dessen Anwendung in verschiedenen Studien. Nachdem in diesm Beitrag schon ein Zusammenhang zwischen Glucose-Stoffwechsel und Zinkmetabolismus anklang, griff Prof. Wolfgang Maret (King's College London, Großbritannien) in seinem Vortrag dieses Thema auf und erörterte die bewiesenen und vermuteten molekularen Mechanismen. Zur Sprache kam auch der Einfluß des zellulären Zinkstatus auf Insulinproduktion und -wirkung.

Prof. Fudi Wang (Zhejiang University, VR China) erläuterte den Stand der Forschung auf dem Feld der Zinktransporter und gab einen Einblick in erste Ergebnisse einer Studie am Modellorganismus Zebrafisch zur Identifizierung neuer Kandidatengene. Der Einfluß von Transporterdefekten auf den Zinkgehalt der Muttermilch und die massiven Folgen für die betroffenen Säuglinge standen im Mittelpunkt des Vortrags von Prof. Leigh Ackland (Deakin University, Australien). Das Zink und Eisen im aktiven Zentrum verschiedener Enzyme austauschbar sind, erläuterte Prof. Carol A. Fierke (University of Michigan, USA). Dabei beeinflußt das jeweilige Ion sowohl Aktivität als auch Spezifität der in Frage kommenden Enzyme. Die leichte Oxidierbarkeit des Fe(II)-Ions hat zusätzlichen Einfluß auf das flexible Gleichgewicht zwischen Fe(II) und Zn(II)-Bindung. Im Abschußvortrag von Dr. Inga Wessels (University of Florida, USA) kam schließlich die mögliche Anwendung von Zink in der Sepsis zur Sprache. Verschiedene Tierversuche weisen darauf hin, dass eine Zink-Supplementation möglicherweise eine weitere adjuvante Behandlungsoption in diesem komplexen und kritischen Krankheitsbild darstellen könnte.

 

Ein spannendes Meeting, das hoffentlich bald eine Fortsetzung findet!

 

PS: Ich habe mit Prof. Rink ein Interview zum Thema Zink geführt,

dass in einem separaten AudioBlog abrufbar ist.

 

 

KR

 

 

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